Narcotics Anonymous Gebiet Nord

Gemeinsame Mitteilung des Gebietsdienstkomitees Nord und des Vorstandes von NAGDK Nord e.V. an die NA-Gruppen im Gebiet Nord

Die Corona-Situation stellt die NA-Gruppen weltweit vor große Herausforderungen. Die Art und Weise, wie wir üblicherweise Meetings durchführen, ist durch eine Vielzahl von Gesetzen und Verordnungen eingeschränkt worden. In einem Gebiet, das sich über fünf verschiedene Bundesländer erstreckt, haben wir es mit einer Vielfalt teils unterschiedlicher Regelungen zu tun, die laufend geändert und nicht selten sowohl von den jeweils zuständigen Behörden vor Ort wie auch von den vermietenden Institutionen ganz unterschiedlich ausgelegt und angewandt werden.
So wie in der ganzen Gesellschaft hat diese Situation auch bei NA zu Verunsicherung sowie zu Spannungen und Auseinandersetzungen innerhalb der Gemeinschaft geführt. Während die einen sich vor allem wünschen, dass möglichst vielen Süchtigen ungehinderter Zugang zu den Meetings ermöglicht wird, wünschen sich andere vor allem, dass die Meetings ein sicherer Ort bleiben – sicher sowohl vor Ansteckung wie auch vor rechtlichen Konsequenzen bei Nichteinhaltung der jeweils gültigen Verordnungen.

Wir möchten zu diesem Thema folgende Hinweise und Empfehlungen geben:

1. Unsere Einigkeit sollte an erster Stelle stehen

In der aktuellen Situation scheint es oft gar keine „guten“Lösungen zu geben, die alle NA-Mitglieder gleichermaßen zufrieden stellen können, deshalb sind viele von uns verunsichert, ängstlich oder zornig. Im Sinne der Ersten Tradition sollten wir uns darauf besinnen, was uns zusammenhält und nicht auf das, was uns trennt. Lasst uns einander zuhören und nach Wegen suchen, die alle von uns mitgehen können.
Bislang haben NA-Gruppen z.B. folgende Möglichkeiten gefunden:

  • Manche teilen ihre Präsenzmeetings auf mehrere Räume oder Zeiten auf
  • manche bieten Online-, Telefon-oder Hybrid-Formate an
  • andere bieten denjenigen, die an Präsenzmeetings nicht teilnehmen können, private Gesprächsmöglichkeiten an bzw. geben Telefonlisten und Literatur weiter.

2. Informiert euch bei den zuständigen Stellen

Tatsächlich gibt es regional große Unterschiede hinsichtlich der Kontakt-und Zugangsregeln. Informiert euch an der richtigen Stelle. Informationen vom Hörensagen oder aus Chatgruppen sind nicht immer zuverlässig und keinesfalls rechtssicher. Häufig gibt es weitere Regeln seitens der vermietenden Organisationen, die ihr ebenfalls kennen und beachten solltet. Findet im Zweifelsfall heraus, welche lokale Behörde bei euch zuständig ist und bittet dort um eine schriftliche und rechtssichere Klarstellung. In einigen Fällen wird Selbsthilfegruppen ein Sonderstatus zugebilligt, in anderen Fällen nicht. Fragt, was für euch zutrifft. Tretet hierbei wie immer nach Möglichkeit nicht als Einzelpersonen auf, sondern lasst euch von eurer Gruppe oder von eurem lokalen Servicekomitee beauftragen.

3. NA Traditionen stehen nicht über gesetzlichen Regelungen

Auch falls ihr die bei euch geltenden Regeln oder Beschränkungen ablehnt oder nicht für sinnvoll haltet, solltet ihr ihnen unbedingt folgen. Nach unserer Einschätzung ist im Sinne der Verordnungen für jedes einzelne Meeting immer der/die jeweilige Veranstaltende rechtlich verantwortlich; das wird in der Regel die Person sein, die den Raum gemietet und/oder aufgeschlossen hat.
Bedenkt, dass bei Regelübertretungen nicht nur die jeweils Verantwortlichen rechtlich belangt werden können, sondern dass auch der Ruf von NA als Ganzem beschädigt und dadurch die Glaubwürdigkeit unserer Botschaft beeinträchtigt werden könnte.

4. Verbindet euch mit anderen Gruppen

Kontakt zu anderen NA-Gruppen kann uns helfen und weitere Erfahrung, Kraft und Hoffnung in den Prozess hineinbringen. Eine regelmäßige Gelegenheit hierfür besteht bei der viermal im Jahr stattfindenden Gebietsdienstkonferenz.